250.000 Bundesmittel für Denkmalschutz in Münster

06.05.2020 - 16:24

Sybille Benning MdB freut sich sehr, mitteilen zu können, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages heute die Mittel zur Unterstützung der denkmalgerechten Sanierung des Platzes am Servatii-Hochhaus mit 175.000 Euro und der Konservierung und Restaurierung des Altars in der Dominikanerkirche mit 75.000 Euro genehmigt hat.

 

"Es freut mich sehr, dass die Stadt Münster nun insgesamt 250.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm IX des Bundes für diese zwei schönen Projekte aus so unterschiedlichen Epochen erhält. Die architektonisch wertvolle Freifläche und das barocke Kleinod spiegeln auch die Vielfalt des kulturellen Erbes in Münster. Genau dafür hatte ich mich bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters, in deren Zuständigkeit das Programm liegt, eingesetzt.“ 

 

„Besonders begrüße ich, dass die Freiflächen um das Servatii-Hochaus, als Teil eines für die Architektur der Moderne bedeutsamen Ensembles, nun wieder eine Aufwertung in der Aufenthaltsqualität für alle Bürger erfahren werden und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden kann. Zudem ist der Erhalt des in Westfalen einmaligen barocken Hochaltars der Dominikanerkirche, welche seit ihrer Profanierung 2017 mit der Installation des Kunstwerkes „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel" von Gerhard Richter eine weitere kulturelle Bedeutung für die Stadt Münster erlangt hat, ein großer Gewinn für alle Bürger und Besucher unserer Stadt.“

 

Hintergrund:

 

175.000 Euro sind für die Sanierung und denkmalgerechte Instandsetzung der Freiflächen um das Servatii- Hochhaus vorgesehen, welche gestalterisch eng mit dem architektonisch wegweisenden Gebäude verbunden sind. 

Das zwischen 1959 und 1961 vom Baumeister Friedrich Wilhelm Kraemer errichtete Hochhaus ist ein beispielhaftes Bauwerk der internationalen Architektur der Moderne. Der erstmals in Deutschland zum Einsatz kommende Bau im Konstruktionsprinzip der gerasterten Vorhangfassade (nach Mies van der Rohe in den USA) erlaubt eine Variierung und Flexibilität der Nutzung und prägt das äußere Erscheinungsbild. Die besonderen Betonplatten der Freiflächen setzen die Rasterung der Fassade fort und bilden so ein gestalterisches Ensemble. Bedeutsam für das Erscheinungsbild ist zudem die Reihung der Beete mit den prägnanten Brunnenschalen. Um die Rasterung der Freiflächen, welche sich baulich in sehr schlechtem Zustand befinden, und die Funktionsfähigkeit der Brunnen wieder herzustellen, kann mit den Bundesmitteln nun die denkmalgerechte Sanierung der Flächen unterstützt werden.

 

Weitere 75.000 Euro sind für die denkmalgerechte Konservierung und Sanierung des barocken Hochaltars und die Verbesserung der klimatischen Bedingungen des Altarraumes in der Dominikanerkirche vorgesehen. Der prächtige barocke Hochaltar im Chor, 1699 von Heinrich Gröne geschaffen, ist mit seinem farbigen Schnitzwerk und seiner reich gegliederten Architekturkulisse kunstgeschichtlich und künstlerisch einmalig in Westfalen. Derzeit bestehen umfangreiche und teilweise gravierende Schäden am Altarrentabel, welche zurzeit notgesichert sind. Um langfristig den Erhalt des Altars zu sichern, müssen die klimatischen Bedingungen im Chorraum verbessert werden. Die Bundesmittel können nun einen entscheidenden Beitrag für diese Konservierungsmaßnahmen leisten. 

 

Berlin/Münster, den 6. Mai 2020