Münsters Gesundheitsamt ist "up to date"

25.01.2021 - 09:18

Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Dauereinsatz. „Den Sieben-Tage-Betrieb sind wir gewohnt“, berichtete Regina Dittmer, Leiterin der Corona-Fachstelle der Stadt Münster in einem Gespräch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Sybille Benning und Dr. Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes. Benning informierte sich über die personelle und technische Ausstattung im Gesundheitsamt, die Entwicklung der Corona-Fallzahlen und den aktuellen Stand der Impfungen in Münster.

Dittmer betonte: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen seit Wochen sehr hohen persönlichen Einsatz, so dass wir Sonderschichten bisher immer besetzen konnten.“ Einen Verzug bei der Bearbeitung durch Liegezeiten von Unterlagen gebe es daher in Münster nicht. Spürbare Unterstützung erhalte man durch das zusätzliche Personal, das durch Mittel aus dem Erlass zur „Förderung von Aushilfskräften für die Durchführung der Nachverfolgung der Kontaktpersonen“ des MAGS NRW eingestellt werden konnte. Langfristige Unterstützung verspricht darüber hinaus der  „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“. Insgesamt vier Milliarden Euro investiert der Bund damit für Personal, Digitalisierung und moderne Strukturen. „Damit stärken wir den Öffentlichen Gesundheitsdienst auch dauerhaft“, erklärte Benning und dankte Schulze Kalthoff und Dittmer auch stellvertretend für ihr Personal für den außergewöhnlichen Einsatz: „Das ist nicht selbstverständlich.“

Benning fragte auch nach der technischen Umsetzung des Kontaktpersonenmanagements. Die Debatte über die mögliche bundesweite Einführung der Software „SORMAS“ in den Gesundheitsämtern verfolgt und begleitet man auch in Münster. Die Software soll die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Infektionsketten und den Austausch unter den Gesundheitsämtern verbessern. „Wir sind vor ein paar Monaten auf das Programm aufmerksam geworden und haben die Testversion intensiv auf einen Einsatz in der Praxis geprüft“, berichtete Dittmer. „Grundsätzlich ist sie sehr interessant und kann hilfreich sein, aber es fehlt noch eine Version für den flächendeckenden Einsatz und eine Schnittstelle, die für die Vernetzung notwendig ist.“ Diese werde gerade entwickelt und soll Ende Januar fertig sein. Technisch sei das Gesundheitsamt mit der Software des Robert-Koch-Instituts SurvNet gut aufgestellt.

Über die hohe Impfbereitschaft in Münsters Pflegeheimen zeigte Benning sich erfreut: „Je mehr Menschen mitmachen, desto größer ist der Schutz für alle. Ich bin froh, dass die erste Impfrunde in den Pflegeheimen der Stadt in der letzten Woche abgeschlossen wurde.“ Bisher haben sich in den Pflegeeinrichtungen 70 bis 80 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen lassen, die Quote der Bewohner liegt noch deutlich darüber. „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten klappt sehr gut“, erklärte Schulze Kalthoff. Aufklärungsarbeit wurde in den Pflegeheimen im Vorfeld durch die Heimärzte geleistet, die Organisation der mobilen Impfteams liegt bei Berufsfeuerwehr und Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe. „Wenn wieder Impfstoff verfügbar ist, geht es mit der Impfung der Mitarbeiter der Intensiv- und Corona-Stationen der Krankenhäuser weiter“, erklärte Schulze Kalthoff. Und auch für die mehr als 16.000 über 80-Jährigen, die nicht in Pflegeheimen wohnen, soll es im Februar losgehen.