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Sybille Benning

Nachhaltige Landwirtschaft ist die Verantwortung aller 

19.07.2018 - 17:45

In der vergangenen Woche hat die Münsteraner Bundestagsabgeordnete Sybille Benning (CDU) zur Diskussionsrunde „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ im Café Colibri eingeladen. Zusammen mit Dr. Matthias Kaiser vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Susanne Schulze Bockeloh, der Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, sowie Bernd Schmitz, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW, wurden unter der Moderation von Tobias Bollmann (CDU Münster) die Themen Artenvielfalt und hochwertige Lebensmittelversorgung im Zusammenhang mit Pestizideinsatz in der Landwirtschaft erörtert.

Nachhaltige Landwirtschaft und der restriktive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln lösen nach wie vor bewegende Debatten aus. Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Der Großteil der Bevölkerung verlangt hohe Produktqualität, hohe Standards beim Umweltschutz und Nutztierhaltung – und das am besten zu niedrigen Preisen. „Es steht im Interesse aller, eine sichere Lebensmittelversorgung genießen zu können. Jedoch ist gerade für die Landwirte entscheidend, dass ihre Ackerböden fruchtbar bleiben, der Artenschutz sowie die natürliche Bestäubung durch Insekten auch in den nächsten Generationen noch gewährleistet werden kann. Bei dieser Thematik ist eine sachliche Argumentation von höchster Wichtigkeit, um einen produktiven Austausch zu fördern und verhärtete Fronten zwischen der Landwirtschaft und den Umweltschützern zu vermeiden“, betont Sybille Benning.

„Studien wie die des Entomologischen Vereins Krefeld, die 2017 über den Rückgang der Insektenmasse erstmals konkrete Zahlen lieferte, dienen als effektives Transfermittel zwischen Gesellschaft und Politik“, erklärt der Experte für Artenschutz des LANUV, Dr. Kaiser. „Die Forschung der Auslöser für das Verschwinden verschiedener Insektenarten steht erst am Anfang. Es ist klar, dass Pestizide hierbei zwar ein bedeutender, aber nicht der einzige Faktor sind. Deswegen ist es wichtig, bei Debatten eine differenzierte Betrachtungsweise zu bewahren“, betont er.

 

Die Bundestagsabgeordnete erklärte, dass Maßnahmen zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln im Koalitionsvertrag bereits festgelegt worden und deutliche Einschränkungen von Glyphosat-Gebrauch in der Planung sind. Aber: Wo Verbote erteilt werden, müssen auch alternative Problemlösungen geschaffen werden. Von Bedeutung ist, dass weder der Landwirt noch der Einsatz von Pestiziden grundsätzlich dämonisiert werden sollten. Susanne Schulze Bockeloh betont, dass das, was Landwirte bereits für die Umweltfreundlichkeit tun, mehr gesellschaftliche Anerkennung verdient: „Hierfür muss ein offen geführter Meinungsaustausch mit der Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik stattfinden, denn von gegenseitiger Akzeptanz und einem Konsens auf dieser Ebene ist die Zukunftssicherung der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe abhängig.“ Mit Kampagnen wie „Landwirtschaft mit Herz“ soll der Dialog zwischen der Bevölkerung und den Landwirten gefördert werden: „Auch die 'Nachhaltigkeitsoffensive' des WLV greift die gesellschaftliche Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft aktiv auf. Durch viele Leitprojekte wurden Verbesserungen in der Nachhaltigkeit erarbeitet, allerdings erfordert die Umsetzung einen gewissen Zeitrahmen z.B. für Forschung oder Veränderung von Rahmenbedingungen“, erklärt Schulze Bockeloh.

„Es muss deutlich gemacht werden, dass Nachhaltigkeit nicht nur Sache eines Ausstiegs vom Pestizidgebrauch ist, denn dieser ist nur ein Einzelaspekt in einem Gesamtsystem“, so Schmitz, der selber seit dreißig Jahren im landwirtschaftlichen Familienbetrieb tätig ist und auf den Gebrauch von Pestiziden verzichtet. „Es handelt sich um komplexe Zusammenhänge, in denen niedrige Preise ebenfalls kontraproduktiv für die Nachhaltigkeit wirken. Es liegt demnach auch in der Hand des Verbrauchers, sein Konsumverhalten nachsichtiger zu gestalten.“

Münster, 19. Juli 2018