Sybille Benning MdB im Gespräch mit Rita Hülskemper und Jutta Gladen von der TelefonSeelsorge Münster

07.06.2021 - 10:52

„Der Einsatz der Ehrenamtlichen der TelefonSeelsorge geht weit über das hinaus, was Ehrenamt für gewöhnlich bedeutet“, betonte die CDU-Bundestagsabgeordnete Sybille Benning bei ihrem Besuch der TelefonSeelsorge Münster. Die Zahl der Anrufer hat sich erhöht, die Themen sind vielfältiger geworden – im Gespräch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten informierten Rita Hülskemper als Leiterin und Jutta Gladen als hauptamtliche Mitarbeiterin über ihre Arbeit zu Corona-Zeiten. Bis zu 30 Prozent mehr Anrufe verzeichnete die Geschäftsstelle der TelefonSeelsorge in Münster insbesondere zu Beginn der Pandemie. „Auf einmal waren Kontakte zu Familie, Freunden oder Kollegen eingeschränkt. Einsamkeit, Sorgen um die Gesundheit und vor den gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie treiben noch immer viele Menschen um“, berichtete Rita Hülskemper. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde daher das Team der Ehrenamtlichen um weitere Seelsorgerinnen und Seelsorger verstärkt. „Einsamkeit und Isolation machen den Menschen auf die Dauer krank. Gut, dass es Beratungsstellen gibt, an die sich ratsuchende Menschen mit ihren Sorgen und Nöten wenden können“, zeigte sich Sybille Benning dankbar für die Arbeit der Ehrenamtlichen, die in den vergangenen Monaten häufig auch mehr Dienste übernommen haben als sonst.

Ergänzend zur Möglichkeit der Beratung per Telefon oder E-Mail hat sich auch die App „KrisenKompass“ etabliert. Den „Notfallkoffer für die Hosentasche“ gibt es seit gut einem Jahr bei Google Play und im App Store und wird bereits mehr als 2000 mal aktiv genutzt. Er richtet sich an Menschen, die sich deprimiert fühlen oder Suizidgedanken haben, aber auch an diejenigen, die bei Personen im Umfeld solche Stimmungen wahrnehmen oder eine nahestehende Person durch Suizid verloren haben. „Depressive Stimmungen und Suizidgedanken haben während der Krise zugenommen. Für Menschen in solchen schweren Situationen kann der KrisenKompass durch seine Niederschwelligkeit eine wichtige Hilfe bieten“, berichtete Rita Hülskemper.

Einig waren sich Sybille Benning und die Mitarbeiterinnen der TelefonSeelsorge darin, dass die gemachten Erfahrungen aus dieser Krise wichtig für die Zukunft sein können. „Die komplette Gesellschaft musste in den vergangenen Monaten improvisieren, eine Situation wie die Aktuelle kannten wir alle nicht“, stellte Jutta Gladen fest. Das habe natürlich auch dazu geführt, dass Dinge im Nachhinein vielleicht anders gemacht worden wären: „Fehler passieren in so einer Situation. Wichtig ist nun, dass wir aus dieser Zeit lernen. Dann können wir in der nächsten Krise direkt anders reagieren.“ Das unterstrich auch Sybille Benning: „In jedem Arbeitsfeld gibt es „lessons learned“, also Erkenntnisse, die wir durch die Pandemie gewonnen haben. Es wird entscheidend sein, dass wir uns über die gemachten Erfahrungen austauschen und festhalten, was in Zukunft anders laufen muss.“ Denkbar sei beispielsweise ein runder Tisch, an dem sich Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Beratungsstellen treffen. Über die Umsetzung will sich die Bundestagsabgeordnete weiter mit den Mitarbeiterinnen der TelefonSeelsorge austauschen.